Ziel getroffen: Die NASA-Raumsonde DART hat heute Nacht erfolgreich ihre Mission durchgeführt und einen Asteroiden gerammt. Wie geplant steuerte das autonome Navigationssystem die Rammsonde auf Kollisionskurs mit dem rund 165 Meter großen Asteroidenmond Dimorphos. Ihr Einschlag auf seiner Oberfläche müsste dem Brocken genügend Impuls verliehen haben, um seine Flugbahn um den Mutterasteroiden Didymos rund ein Prozent zu verkürzen. Ob das der Fall ist, werden nun Teleskopbeobachtungen klären.
Es eine Generalprobe für den Ernstfall: Sollte eines Tages ein Asteroid auf die Erde zusteuern, dann gilt ein kinetischer Deflektor als aussichtsreichste Strategie – eine Ablenkung durch gezieltes Rammen mit einer möglichst schweren, unbemannten Raumsonde. Sie muss ihr Zielobjekt allerdings früh genug, schnell genug und im richtigen Winkel treffen, damit ihr Einschlagsimpuls den Asteroiden weit genug aus seiner Bahn bringt, um die Erde zu verfehlen.

Anflug und erfolgreicher Einschlag
Dass dies gelingen kann, selbst wenn der fragliche Asteroid elf Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist und im Teleskop kaum zu sehen ist, hat nun die DART-Mission der NASA bewiesen. Nach zehn Monaten Anflug traf sie gestern Abend am 780 Meter großen Asteroiden Didymos und seinem 165 Meter großen Mond Dimorphos ein. 90.000 Kilometer von ihrem Ziel entfernt wertete die autonome Navigation der Raumsonde Bilder ihrer Kamera aus, um beide Brocken zu unterscheiden und den Asteroidenmond Dimorphos anzusteuern.
Um kurz nach Mitternacht unserer Zeit war es dann soweit: Die DART-Raumsonde raste mit rund 22.500 Kilometern pro Stunde auf ihren Zielasteroiden zu und schlug auf ihm ein. Ein letztes Bild der Navigationskamera zeigte noch eine Nahansicht der von grobem Geröll bedeckten Asteroidenoberfläche, bevor die Raumsonde auf Dimorphos zerschellte. „Damit wissen wir nun, dass wir eine Raumsonde selbst auf einem relativ kleinen Himmelskörper mit der nötigen Präzision zum Einschlag bringen können“, sagte Thomas Zurbuchen, Leiter des Wissenschaftsdirektorats der NASA.