Entdeckung jenseits des Neptun: Astronomen haben erstmals ein nur knapp drei Kilometer großes Objekt im Kuipergürtel aufgespürt – den bisher kleinsten Brocken in diesem fernen Außenbereich des Sonnensystems. Entdeckt wurde der Himmelskörper, als er vor einem fernen Stern vorüberzog und diesen kurzzeitig verdeckte. Sein relativ schneller Nachweis könnte darauf hindeuten, dass es im Kuipergürtel mehr kleinere Objekte gibt als bisher angenommen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature Astronomy“.
Im Kuipergürtel jenseits des Neptun kreisen Unmengen eisiger Brocken um die Sonne – Relikte aus der Anfangszeit der Planetenbildung. Astronomen haben bereits einige Zwergplaneten und wenige hundert Kilometer große Brocken in dieser Außenregion des Sonnensystems entdeckt. Sogar einen „verstoßenen“ Asteroiden spürten sie kürzlich auf. Und noch immer fahnden Astronomen weltweit nach einem möglichen neunten Planeten in dieser Region.
Doch während große Objekte im Kuipergürtel grade noch mit leistungsstarken Teleskopen sichtbar sind, gilt dies für kleinere Brocken nicht. Objekte von nur einem bis zehn Kilometern Größe konnten bisher nicht direkt nachgewiesen werden – sie sind einfach zu klein und weit entfernt.
Verdeckte Sterne als Fahndungshelfer
Es gibt aber eine indirekte Methode, diese fernen Minibrocken aufzuspüren: die stellare Okkultation. Dabei wandert ein Kuipergürtel-Objekt vor einem fernen Stern vorüber und verdeckt ihn kurzzeitig. „Eine stellare Okkultation durch ein kilometergroßes Kuipergürtel-Objekt dauert jedoch weniger als eine Sekunde“, erklären Ko Arimatsu vom Nationalen Astronomischen Observatorium Japans und sein Team.