Hat die Erde doch eine Chance? Bisher ist strittig, ob unser Planet das Ende der Sonne überstehen oder von ihr verschlungen wird. Ein erdähnlicher Exoplanet im Orbit um einen Weißen Zwerg macht nun Hoffnung. Denn dieser Planet überstand das Aufblähen seines sonnenähnlichen Sterns zum Roten Riesen, obwohl er den Stern etwa in Erdentfernung umkreiste. Das könnte bedeuten, dass auch die Erde diese Phase überdauern kann, wie die Astronomen berichten.
Wenn unsere Sonne sich dem Ende ihres Lebenszyklus nähert, wird sie sich immer weiter aufblähen und zum Roten Riesen werden. In rund sechs bis sieben Milliarden Jahren wird dieser solare Rote Riese Merkur und Venus verschlungen haben und bis zur Erdbahn reichen. Was aber ist mit der Erde? Klar ist, dass unser Planet zu diesem Zeitpunkt schon eine tote, wasserlose Wüstenwelt sein wird. Kann diese wenigstens dem Verschlungenwerden entgehen?

Die Antwort darauf ist strittig. Denn einerseits wird sich die Sonne zwar bis zur Erdbahn aufblähen. Andererseits schiebt ihr verstärkter Sternenwind die Planeten weiter nach außen – auch die Erdbahn. Geschieht dies schneller als das Wachstum der Sonne, könnte die Erde die Rote-Riesen-Phase überstehen. Doch bisher haben Astronomen nur einige extrasolare Gasriesen entdeckt, die um Weiße Zwerge kreisen und daher die Rote-Riesen-Phase ihres Sterns überstanden haben – aber keine erdähnlichen Planeten
Gesteinsplanet um ausgebrannten Sternenrest
Das hat sich jetzt geändert: Astronomen um Keming Zhang von der University of California in San Diego haben einen erdähnlichen Exoplaneten entdeckt, der einer Zukunftsversion unseres eigenen Planeten ähnelt. Der rund 4.000 Lichtjahre entfernte Planet umkreist den ausgebrannten Rest eines sonnenähnlichen Sterns von zuvor ein bis zwei Sonnenmassen. Dieser Stern hat jedoch schon seine Rote-Riesen-Phase hinter sich, seine Hüllen abgeworfen und ist nun ein nur noch rund 0,5 Sonnenmassen schwerer Weißer Zwerg.