Tanz der Giganten: Überraschend viele Galaxien haben gleich zwei supermassereiche Schwarze Löcher in ihrem Zentrum – Schwerkraftgiganten kurz vor der Verschmelzung. Das haben Astronomen bei einer Durchmusterung von fast 500 Galaxien entdeckt. In 17 Prozent der aktiven Galaxien fanden sie Paare von sich umkreisenden Schwarzen Löchern – deutlich mehr als erwartet, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Ihre Beobachtungen bestätigen zudem, dass diese Giganten kurz vor der Kollision noch einmal rasant wachsen.
Unsere Milchstraße hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Denn sie ist schon mehrfach mit anderen Galaxien kollidiert – besonders heftig vor rund zehn Milliarden Jahren. Auch bei anderen Galaxien sind solche Karambolagen keine Seltenheit. Was dabei mit den zentralen Schwarzen Löchern dieser Galaxien passiert, ist bisher aber nur in Teilen geklärt. So könnte die Milchstraße in ihrem Halo noch „Geschwister“ ihres supermassereichen Schwarzen Lochs besitzen – Überbleibseln vergangener Kollisionen mit Zwerggalaxien.
Todesspirale hinter Wolken
Bei frontalen Zusammenstößen jedoch kommt es nach gängiger Theorie zur Verschmelzung der zentralen Schwarzen Löcher: Beide umkreisen sich immer enger, bis sie unter Freisetzung von Gravitationswellen miteinander kollidieren. Bisher haben Astronomen einen solchen „ Todestanz“ aber nur in ganz wenigen Fällen beobachten können. Wie oft solche Verschmelzungen supermassereicher Schwarzer Löcher daher tatsächlich vorkommen, ist daher unklar.
Das Problem: „Beobachtungen haben gezeigt, dass solche Schwarzen Löcher von verhüllenden Gas- und Staubwolken verdeckt werden – selbst in noch frühen Stadien der Verschmelzung“, erklären Michael Koss von der ETH Zürich und seine Kollegen. Das aber macht es schwer, solche sich umkreisenden Paare auszumachen und zu beobachten.