Schwarze Löcher im Zentrum aktiver Galaxien schießen gewaltige Strahlen- und Teilchenbündel ins All. Erst jetzt jedoch hat ein internationales Astronomenteam aufgeklärt, wo genau diese Jets entstehen. Wie sie in „Nature“ berichten, entstehen die Gammastrahlen rund ein Lichtjahr vom Schwarzen Loch entfernt – und damit viel weiter weg als erwartet. Zudem folgt der Jet nahe seinem Ursprung überraschenderweise einer gekrümmten Bahn.
Aktive Galaxienkerne, so genannte Blasare gehören zu den hellsten Strahlenquellen am Himmel. Ihr zentrales Schwarzes Loch und die darum kreisende Materie wirken wie ein gigantischer Teilchenbeschleuniger und senden energiereiche Strahlung in nahezu allen Wellenlängen aus. Besonders auffallend sind diese leuchtturmartig gebündelten Strahlen-Jets im Gammabereich. Bisher allerdings sind Details der Jet-Erzeugung, wie beispielsweise der genaue Ursprungsort der Strahlung, kaum bekannt.
„Es wird vermutet, dass solche Jets durch ein supermassives Schwarzes Loch mit der Masse von hundert Millionen bis einige Milliarden Sonnenmassen im Kernbereich einer aktiven Galaxie angetrieben werden“, erklärt Anita Reimer vom Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck. „Die Jets machen sich durch gerichtete Strahlung aus Gebieten von etwa der Größe unseres Sonnensystems bemerkbar.“
Gammastrahlenausbruch gibt entscheidende Hinweise
Um genaueres über den Ursprungsort der Jets herauszufinden, beobachtete ein internationales Team von Astronomen unter Leitung von Grzegorz Madejski von der Stanford Universität den Blasar 3C279 im Sternbild Jungfrau über ein Jahr lang mit 20 verschiedenen Teleskopen sowohl auf der Erde als auch im Weltraum. Vor allem das Weltraumteleskop Fermi und die H.E.S.S. Teleskope in Namibia lieferte wertvolle Daten zur energiereichen Gammastrahlung. Im Februar 2009 beobachteten die Forscher dann ein plötzliches Aufleuchten des Jets mit spektakulären Änderungen sowohl im optischen Licht als auch im Gammalicht. Während des zwanzigtägigen Gammastrahlenausbruchs änderte sich auch die Polarisation des optischen Lichts kontinuierlich.