Blockierter Kontakt: Astronomen haben eines der schwersten Paare supermassereicher Schwarzer Löcher entdeckt – es ist rund 28 Milliarden Sonnenmassen schwer. Doch genau dies führte offenbar dazu, dass ihre Verschmelzung bei einem Abstand von nur noch 24 Lichtjahren stoppte. Denn ihre spiralige Annäherung setzte so viel Energie frei, dass Sterne und Gas aus ihrer Umgebung weggeschleudert wurden. Dadurch fehlt ihnen nun die Schwerkraftbremse für die weitere Annäherung, wie die Forschenden berichten.
Wenn Galaxien miteinander verschmelzen, interagieren auch die supermassereichen Schwarzen Löcher in ihrem Zentrum. Angezogen von ihrer enormen Gravitation, beginnen sie einander zu umkreisen. Durch Schwerkraft-Interaktionen miteinander und mit umgebenden Sternen verlieren sie dabei Energie und werden langsamer, ihre Orbits nähern sich dadurch immer weiter an, bis sie schließlich verschmelzen. Astronomen haben schon mehrere solcher „Giganten-Paare“ im All entdeckt, darunter auch einen Doppelquasar.

Tanz der Giganten in ferner Galaxie
Ein besonders enges Paar supermassereicher Schwarzer Löcher liegt in der rund 750 Millionen Lichtjahre entfernten Radiogalaxie B2 0402+379. Die Ränder beider Giganten liegen nur noch 24 Lichtjahre voneinander entfernt, das Paar ist damit das engste Paar mit noch getrennt sichtbaren Partnern. Eigentlich müsste damit ihre Verschmelzung unmittelbar bevorstehen. Doch früheren Beobachtungen zufolge könnte die Annäherung der beiden Giganten schon seit mehr als drei Milliarden Jahren stagnieren – aber warum?
Um das herauszufinden, hat ein Team um Tirth Surti von der Stanford University das Zentrum von B2 0402+379 nun näher untersucht. Dafür analysierten sie Archivdaten des GMOS-Spektrographen am Gemini-North-Teleskop auf Hawaii, durch die sie die Bewegung und Geschwindigkeit von Sternen im Umfeld der beiden supermassereichen Schwarzen Löcher verfolgen konnten. „Dadurch konnten wir auch auf die Masse der beiden Schwarzen Löcher schließen“, erklärt Surtis Kollege Roger Romani.