Astronomen haben zum ersten Mal im Weltraum Fullerene, kugelförmige Moleküle aus 60 Kohlenstoffatomen, nachgewiesen. Die überraschend in einem planetaren Nebel entdeckten „Nanofußbälle“ sind damit die größten jemals im Weltraum nachgewiesen Moleküle, so die Forscher in „Science“. Der Fund hat auch deshalb Bedeutung, weil solche Kohlenstoffverbindungen wichtige Mitspieler in zahlreichen chemischen und physikalischen Prozessen sind.
Buckminster-Fullerene sind kugelförmige Moleküle aus 60 Kohlenstoffatomen, die einer Art Nanofußball gleichen. Wie bei diesem bilden die Atome abwechselnd Sechs- und Fünfecke, um die Hohlkugel zu formen. Vor rund 25 Jahren im Labor erstmals erzeugt, kommen diese Moleküle auch in kerzenruß, bestimmten Gesteinsformationen und in Meteoriten vor. Es gibt zudem schon lange die Vermutung, dass diese Moleküle auch im Weltraum vorkommen könnten. Denn die Fullerene entstanden im Labor unter Bedingungen, wie sie in der Atmosphäre alter, kohlenstoffreicher Riesensterne herrschen. Im All nachgewiesen werden konnten sie bisher jedoch nie – bis jetzt.
Überraschende Entdeckung im Planetaren Nebel
Ein Forscherteam um Jan Cami von der Universität von Western Ontario in Kanada und dem SETI Institute in Mountain View, Kalifornien hatte mit Hilfe des Weltraumteleskops Spitzer den Planetaren Nebel Tc 1beobachtet. Planetare Nebel sind Relikte von sonnenähnlichen Sternen, die am Ende ihres Lebens ihre äußeren Hüllen abschleudern und zu einem Weißen Zwerg werden. Die ausgeschleuderten Gase und Staubwolken werden von der intensiven Strahlung des Weißen Zwergs erhitzt und bleiben als leuchtender Nebel erhalten.
Als die Forscher die spektralen Signaturen des Nebels im Infrarotbereich analysierten, stießen sie unerwartet auf die charakteristischen Spuren von Fullerenen. Um ganz sicher zu sein, verglichen die Astronomen ihre Daten noch einmal mit den in Labormessungen erlangten Spektren der Moleküle. Die Signaturen stimmten überein. „Diese Entdeckung hatten wir nicht geplant“, erklärt Cami. “Aber als wir diese kolossalen Signaturen sahen, wussten wir sofort, dass wir da eines der meist gesuchten Moleküle des Alls vor uns hatten.“