Vorläufer von Lebensbausteinen: Astronomen haben erstmals das organische Molekül Dimethylether im Staub einer protoplanetaren Scheibe nachgewiesen – und damit eine Vorform wichtiger chemischer Lebensbausteine. Dimethylether ist nur das bisher größte in einer solchen Scheibe entdeckte Molekül. Es bestätigt zudem, dass es schon in den Urwolken von Planetensystemen komplexere organische Moleküle gibt.
Aminosäuren, Proteine und DNA-Bausteine: Gängiger Theorie nach könnten die Vorstufen vieler dieser wichtigen Lebensbausteine einst aus dem Weltall auf die Erde gelangt sein. Denn die entsprechenden organische Moleküle wurden inzwischen schon im Kometeneis, in Planetarischen Nebeln und in Sternenwiegen nachgewiesen. In kalten Molekülwolken wurden sogar schon polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) entdeckt.

Molekül-Fahndung im All
Die große Frage ist jedoch, ob und wie diese organischen Moleküle in junge Planetensysteme und auf Planeten gelangen. „Es ist entscheidend, diese Moleküle in planetenbildenden Scheiben zu untersuchen, um zu verstehen, wie das Material in die Planeten integriert wird und welcher Grad an Komplexität in den verschiedenen Epochen der Planetenbildung präsent ist“, so Nashanty Brunken vom Observatorium der Universität Leiden und ihre Kollegen.
Das Problem jedoch: In den protoplanetaren Scheiben um junge Sterne sind Staub und Gas meist so weit abgekühlt, dass organische Moleküle in den Eiskristallen und den Eisschichten um die Staubkörnchen eingeschlossen sind. Dort laufen vielfach chemische Reaktionen ab, die aus einfachen Vorgängern komplexere Verbindungen entstehen lassen. Weil diese Moleküle aber nicht freigesetzt werden, lassen sie sich kaum über ihre spektrale Signatur nachweisen.