Himmelsschauspiel: In dieser Woche wird ein heller Komet mit bloßem Auge am Himmel sichtbar – er könnte ab Mitte Oktober sogar bei Tageslicht zu sehen sein. Zurzeit erscheint der Komet C/2023 A3 kurz vor Sonnenaufgang am Südost-Horizont und beeindruckt durch seinen stark ausgeprägten Staubschweif. Am 27. September 2024 erreicht C/2023 A3 den sonnennächsten Punkt seines rund 80.000 Jahre langen Orbits und am 13. Oktober den erdnächsten Punkt. Dann könnte er vielleicht sogar die Venus an Helligkeit überstrahlen.
Ob Leonard, Neowise oder der Halleysche Komet: Immer wieder kommen Kometen der Erde so nahe, dass sie sogar mit bloßem Auge am Himmel sichtbar werden. Der Ursprung dieser „staubigen Eisbälle“ liegt in den Weiten des Kuipergürtels und der Oortschen Wolke. Doch wenn sie auf ihren langgestreckten, exzentrischen und meist geneigten Bahnen in größere Sonnennähe kommen, heizt die Sonnenstrahlung sie auf und sie werden aktiv: Ihre helle, oft grünliche Koma und ihr langgestreckter Schweif entstehen.

Komet mit besonders dichtem Staubschweif
Jetzt können wir erneut einen dieser hellen Kometen am Himmel bestaunen. Der Komet C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS) wurde erst im Januar 2023 entdeckt, als der vermeintliche Asteroid begann, seinen Schweif zu bilden. Teleskopbeobachtungen ergaben, dass der Orbit dieses langperiodischen Kometen fast senkrecht auf der Planetenebene steht. Der Brocken benötigt rund 80.000 Jahre für einen Umlauf und umkreist die Sonne retrograd – in Bezug auf die Planeten und die Sonnenrotation verkehrt herum.
Eine weitere Besonderheit: Komet C/2023 A3 scheint bei seiner Annäherung an die Sonne besonders viel Staub freizusetzen. Dadurch ist sein Staubschweif besonders stark ausgeprägt – stärker als der normalerweise deutlichere Schweif aus ionisierten Gasteilchen. Dadurch reflektiert der Schweif des ATLAS-Kometen besonders viel Licht und erscheint entsprechend hell.