Früher Ursprung: Forscher haben die Bildung des Mondes neu datiert. Demnach ereignete sich die katastrophale Kollision, aus der der Erdtrabant hervorging, schon vor 4,51 Milliarden Jahren – nur rund 50 Millionen Jahre nachdem das Sonnensystem entstand. Die Indizien für diese Datierung lieferten unter anderem Isotopenverhältnisse in Mondgesteinsproben, die vor 50 Jahren von den Apollo-Astronauten zur Erde zurückgebracht wurden.
Der Erdmond ist das Resultat einer kosmischen Katastrophe – der Kollision der jungen Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten. Dies hinterließ eine glühende, beschädigte Erde und einen um sie kreisenden Trümmerring, aus dem sich dann der Mond bildete. Gängiger Annahme nach war der Erdtrabant zunächst von einem Magmaozean bedeckt, der dann allmählich erkaltete.
Doch wann geschah diese große Katastrophe? Bisher sind sich Forscher darüber uneins: Einige datieren die Mondentstehung auf gut 4,5 Milliarden Jahre, jüngere Studien dagegen berichten von Indizien für ein Alter von nur knapp 4,4 Milliarden Jahren. In beiden Fällen beruht die Datierung auf der chemischen und isotopischen Zusammensetzung von Mondgesteins-Proben, die vor rund 50 Jahren von den Apollo-Astronauten zurückgebracht wurden.

Rätsel um Wolfram-Überschuss
Jetzt haben Maxwell Thiemens von der Universität zu Köln und sein Team einen Teil der Apollo-Proben erneut untersucht. Ihre Datierung beruht auf dem Verhältnis des radioaktiven Isotops Hafnium-182 zu Wolfram-182. Schon länger ist bekannt, dass einige Mondbasalte einen im Vergleich zur Erde höheren Anteil an Wolfram aufweisen.