Mysteriöser Wandel: Alle paar Jahre verändern die auffallenden Sturmbänder des Jupiter ihre Farbe und Infrarothelligkeit. Aber warum? Die Ursache für diese periodischen Wechsel könnten Wissenschaftler nun gefunden haben – sie liegt tief im Inneren des Gasriesen verborgen. Denn Messdaten der NASA-Raumsonde Juno und Modellsimulationen legen nahe, dass zyklische Schwingungen im Magnetdynamo des Jupiter den Wärmetransport an die Oberfläche und damit auch die Sturmbänder stören.
Neben dem Großen Roten Fleck sind die Streifen das auffallendste Merkmal des Gasplaneten Jupiter: Seine riesigen Sturmbänder bilden ein Hell-Dunkelmuster, gebildet durch die abwechselnd mit und gegen die Planetendrehung rasenden Winde. Diese Streifen sind auch in Infrarotaufnahmen deutlich zu erkennen: Die mit dem Planeten rotierenden Windbänder sind wolkenärmer und erscheinen hell, weil dort Wärme aus tieferen Schichten abgestrahlt wird. Die Sturmbänder in Gegenrichtung sind wolkiger und kühler.

Periodischer Farb- und Wolkenwechsel
Das Merkwürdige jedoch: „Alle vier bis fünf Jahre ändern sich die Dinge plötzlich: Die Farben der Sturmbänder wechseln und manchmal sieht man auch globale Turbulenzen, bei denen das gesamte Wettermuster des Planeten vorübergehend verrücktspielt“, erklärt Koautor Chris Jones von der University of Leeds. Auch die im Infrarot messbaren Temperaturen der Streifen verändern sich in diesem Takt. „Warum dies geschieht, war jedoch bisher ein Rätsel“, so Jones.
Theoretisch wäre es denkbar, dass diese periodischen Wechsel von oben her ausgelöst werden – durch Veränderungen in der Stratosphäre des Jupiter. Ebenso möglich ist aber, dass Veränderungen tieferliegender Strömungen und Prozesse dafür verantwortlich sind. „Bisher konnte aber kein theoretisches Modell die zeitlichen Abstände zwischen den Wechseln reproduzieren“, erklärt das Team um Erstautorin Kumiko Hori von der Universität Kobe.