Licht im primordialen Dunkel: Bisher ist strittig, wann die allerersten Sterne im Kosmos entstanden. Jetzt legen neue Daten nahe, dass das „dunkle Zeitalter“ schon 250 bis 350 Millionen Jahre nach dem Urknall endete. Dafür haben Astronomen in sechs der ältesten bekannten Galaxien das Alter der Sterne bestimmt. Die Ergebnisse grenzen den Zeitpunkt ein, an dem im jungen Universum die ersten Lichter aufleuchteten.
Nach dem Urknall und der Entstehung der ersten Elemente war das Universum zunächst dunkel und leer. Erst als die Kernfusion der ersten Sterne zündete, wurde es Licht – eine neue Ära brach an. Doch wann dieser Wandel eintrat, ist strittig: Daten des europäischen Planck-Satelliten legten einen späten Beginn rund 550 Millionen Jahre nach dem Urknall nahe. Dem widersprechen jedoch astronomische Beobachtungen, die auf die Präsenz erster Sterne nach 250 Millionen Jahren hindeuten, möglicherweise sogar schon 180 Millionen Jahre nach dem Urknall.

Atomarer Wasserstoff verrät Sternenalter
Jetzt haben Astronomen neue Indizien für einen frühen Beginn der allerersten Sternbildung entdeckt. Das Team um Nicolas Laporte von der University of Cambridge wertete für seine Studie das Sternenlicht von sechs Galaxien aus, die schon 500 bis 550 Millionen Jahre nach dem Urknall existierten – sie gehören zu den ältesten bisher bekannten Sternansammlungen im Universum. Doch wann diese Galaxien und ihre Sterne entstanden, war bislang unklar.
Um das herauszufinden, nutzten Laporte und sein Team Beobachtungsdaten der leistungsstärksten Teleskope weltweit, um die Signatur atomaren Wasserstoffs im Licht dieser Galaxien zu detektieren. Diese Signatur wird mit zunehmendem Alter eines jungen, massereichen Sterns stärker. „Dieser Alters-Indikator wird meist verwendet, um Sterne in unserer galaktischen Nachbarschaft zu datieren. Er kann aber auch für die Altersbestimmung bei weit entfernten Galaxien aus der Frühzeit des Universums eingesetzt werden“, erklärt Koautor Romain Meyer vom University College London.