Astronomen haben erstmals das Magnetfeld der lokalen „Superbubble“ kartiert – der rund 1.000 Lichtjahre großen „Leere“ im All, in deren Mitte unser Sonnensystem liegt. Die erste 3D-Magnetkarte einer solchen Blase zeigt, dass die Magnetfelder und die durch sie polarisierten Staubströme an der Oberfläche der Suberbubble deutlich vom galaktischen Magnetfeld abweichen. Sie zeichnen die Oberflächenform der Blase nach und spielen wahrscheinlich eine entscheidende Rolle für die zahlreichen Sternenwiegen an ihrem Rand.
Unser Sonnensystem liegt in einer sich ausdehnenden galaktischen Leere – einer von vielen sternenarmen „Superbubbles“, die unsere Milchstraße durchziehen. Entstanden ist die rund 1.000 Lichtjahre große lokale Blase vor rund 15 Millionen Jahren, als eine ganze Serie von Supernovae nacheinander explodierte. Die Schockwellen dieser Sternexplosionen blies den umgebenden Raum frei und staute Gas und Staub an ihrem sich ausdehnenden Rand. Dort finden sich heute fast alle nahen Sternenwiegen und Molekülwolken.

„Das Weltall ist voll von solchen Suberbubbles, die die Bildung von neuen Sternen und Planeten fördern und die Struktur von Galaxien beeinflussen“, erklärt Erstautor Theo O’Neill vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA). „Indem wir mehr über die physikalischen Prozesse lernen, die unsere lokale Blase prägen, lernen wir auch mehr über die Evolution und Dynamik solcher Suberbubbles allgemein.“
Polarisation von Strahlung als Kartierungshelfer
Wie die Oberfläche unserer lokalen Blase geformt ist, hat das CfA-Team um Leiterin Catherine Zucker bereits Anfang 2022 kartiert – jetzt folgt die erste Magnetfeld-Karte dieser uns umgebenden Superbubble. „Wir wissen schon lange, dass Magnetfelder eine wichtige Rolle für viele astrophysikalische Phänomene spielen“, sagt O’Neills Kollegin Alyssa Goodman. „Aber sie zu untersuchen ist notorisch schwierig.“