Habitabel oder nicht? Ob ein potenziell lebensfreundlicher Exoplanet tatsächlich außerirdisches Leben entwickelt, hängt auch von der Zusammensetzung seines Sterns ab, wie eine Studie enthüllt: Ist er metallarm, setzt der Stern mehr UV-C-Strahlung frei. Diese fördert die Bildung einer schützenden Ozonschicht um den Planeten. Später entstandene, metallreiche Sterne geben dagegen mehr ozonzerstörende UV-B-Strahlung ab, die Planeten ihrer Schutzhülle beraubt – für entstehenden Leben kann dies tödlich sein.
Die irdische Ozonschicht ist ein wichtiger Schutz vor energiereicher ultravioletter Strahlung. Denn wenn diese ungefiltert auf die Erdoberfläche trifft, verursacht dies Zellschäden, Verbrennungen und tödliche Entartungen. Als sich die Erdatmosphäre mit Sauerstoff anreicherte und eine Ozonschicht entstand, könnte dies für die Entwicklung höheren Lebens – vor allem an Land – entscheidend gewesen sein. Doch welche Faktoren bestimmen, ob ein Planet mit Sauerstoff in der Gashülle auch eine schützende Ozonschicht bildet?
UV-Strahlung als Ozonschöpfer und -killer zugleich
Diese Frage könnten Anna Shapiro vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen und ihre Kollegen nun geklärt haben. Sie haben untersucht, welche Rolle die UV-Strahlung eines Sterns für die Ozonbildung eines Planeten spielt. „In der Atmosphärenchemie der Erde kommt der ultravioletten Strahlung von der Sonne eine zweifache Rolle zu“, erklärt Shapiro. Denn durch die photochemischen Reaktionen des Sauerstoffs kann Ozon sowohl entstehen, als auch vernichtet werden.
Entscheidend dafür ist, welche Wellenlänge die UV-Strahlung hat: Eintreffende UV-B-Strahlung mit Wellenlängen zwischen 280 und 315 Nanometern wird von den Ozonmolekülen (O3) der Stratosphäre absorbiert, die daraufhin zerstört werden. Anders ist dies bei dem kurzwelligeren UV-C: Diese Strahlung mit 202 bis 230 Nanometer Wellenlänge zerlegt den zweiatomigen Sauerstoff (O2) und fördert so die Bildung neuer Ozonmoleküle. UV-B ist demnach ein Ozonzerstörer, während UV-C die Ozonschicht aufbaut.