Gerade glaubten Astronomen, endlich eine Erklärung für die mysteriösen Radioblitze aus dem All gefunden zu haben, schon sorgt eine neue Beobachtung für Rätselraten. Denn erstmals haben Forscher am Arecibo-Radioteleskop nun eine ganze Serie dieser ultrakurzen Radiopulse eingefangen – obwohl sie bisher als seltene Einzelphänomene galten. Das könnte bedeuten, dass es mindestens zwei verschiedenen Klassen von Radioblitzen gibt, so die Forscher im Fachmagazin „Nature“.
Bei den Radioastronomen geht es momentan Schlag auf Schlag: Gerade erst ist es ihnen gelungen, erstmals die Quelle eines der rätselhaften schnellen Radioblitze auszumachen. Er stammt demnach aus einer elliptischen Galaxie in sechs Milliarden Lichtjahren Entfernung. Aus dem Nachglühen dieses Radiopulses schlossen die Forscher zudem, dass es sich um die Begleiterscheinung eines Gammastrahlen-Ausbruchs handeln könnte – und damit ein kataklysmisches, einmaliges Ereignis, bei dem ein Stern explodiert oder ein Neutronenstern in ein Schwarzes Loch stürzt.
Jetzt jedoch scheint eine neue Beobachtung diese Hypothese prompt zu widerlegen. Im November 2015 sichtete Paul Scholz von der McGill University die Daten des Arecibo-Radioteleskops in Puerto Rico, als er erstmals auf mehrere, kurz hintereinander eingefangene Radioblitze stieß. „Diese wiederholten Signale waren überraschend und sehr aufregend“, sagt Scholz. Denn bisher galten diese „fast Radiobursts“ als extrem seltenes, nur einzeln auftretendes Phänomen.

Zehn Radioblitze in Serie
Doch das Radioteleskop hatte nun gleich zehn dieser Radioblitze hintereinander eingefangen – ein absolutes Novum. „Noch nie zuvor haben wir Radioblitze gesehen, die sich wiederholen“, sagt Erstautorin Laura Spitler vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. „Sie widerholten sich aber nicht nur, auch ihre Helligkeit und ihre Spektren unterscheiden sich von denen anderer schneller Radiopulse.“