Vom kältesten Objekt des Universums bis zu einem Katalog von 15.000 Himmelsobjekten im Infrarot: Schon die ersten jetzt vorgestellten wissenschaftlichen Ergebnisse der „Planck Surveyor“-Satellitenmission bringen wichtige Einblicke in die Struktur des Kosmos. Kernaufgabe des 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt fliegenden Observatoriums ist jedoch die bisher genaueste Vermessung des kosmischen Mikrowellenhintergrunds.
Der „Planck Surveyor“-Satellit, initiiert von einer internationalen Kooperation unter Leitung der ESA, startete im Jahr 2009 zu seinem etwa 1,5 Millionen Kilometer außerhalb der Erdumlaufbahn liegenden „Arbeitsplatz“. Im Sommer 2009 waren die empfindlichen Instrumente auf ihre Arbeitstemperatur von teilweise nur 0,1 Grad über dem absoluten Nullpunkt abgekühlt und die Arbeit des Planck-Satelliten begann. Seine Aufgabe: Die hochaufgelöste Kartierung des kosmischen Mikrowellen-Hintergrunds, der nur 2,7 Kelvin kalten Reststrahlung des Urknalls.
Für diese Aufgabe müssen die Instrumente der Sonde in der Lage sein, noch Temperaturvariationen von einigen Millionstel Grad genau zu erfassen und zu kartografieren. Diese Temperaturschwankungen sind die ersten Zeugen der Entstehung aller beobachtbaren Strukturen im Universum, wie Sterne, Galaxien und Galaxienhaufen. Um sie zu erfassen und von störender Vordergrundstrahlung beispielsweise von Sternen oder Galaxien zu isolieren, tastet der Planck-Satellit den Himmel mit Mikrowellenempfängern in neun verschiedenen Frequenzen ab, die von hochfrequenter Radiostrahlung bei 30 Gigahertz (GHz) bis in den Bereich des Ferninfraroten bei 857 GHz reichen.
Katalog 15.000 himmlischer Objekte
Zentrales Ergebnis der Messungen des ersten Jahres im All ist der „Early Release Compact Source Catalogue“, der jetzt in Paris vorgestellt wurde. Er ist eine Zusammenstellung von etwa 15.000 kompakten Himmelsobjekten, darunter Galaxienhaufen, Quasare, Radiogalaxien, Nachbargalaxien und galaktische Staubwolken. Sie bilden quasi die Besetzungsliste des kosmischen Himmelsschauspiels. Gleichzeitig aber identifiziert dieser Katalog Strahlungsquellen für Vordergrundstrahlung und damit quasi die Signale, die Planck für seine Kartierung des Mikrowellen-Hintergrund herausfiltern muss.