Kosmischer Glücksfall: Astronomen haben erstmals einen Fast Radioburst eingefangen, der aus unserer eignen Galaxie stammt – und der zeitgleich auch Röntgenblitze erzeugte. Dadurch konnten sie zum ersten Mal die Quelle eines solchen ultrakurzen, aber starken Radioblitzes ermitteln. Er stammt demnach von einem Magnetar, einem Neutronenstern mit extremem Magnetfeld. Diese Objekte galten schon zuvor als mögliche Urheber der Fast Radiobursts, jetzt hat sich der Verdacht erhärtet.
Sie dauern nur wenige Millisekunden, entladen in dieser Zeit aber so viel Energie wie unsere Sonne in einem ganzen Tag: Fast Radiobursts (FRB) gehören zu den rätselhaftesten Phänomen des Kosmos. Denn bisher ist unklar, was diese ultrakurzen Radioblitze verursacht. So gibt es zwar Hinweise darauf, dass sie aus einem stark magnetisierten Umfeld stammen müssen und dass sie extragalaktischen Ursprungs sind. Unerklärlich ist aber, warum einige dieser Radioblitze in Serie auftreten, während andere einmalige Ereignisse sind.

Erster Radioblitz aus unserer Heimatgalaxie
Jetzt haben Astronomen einen Radioburst entdeckt, der ebenso ungewöhnlich wie aufschlussreich ist. Als erste meldeten Paul Scholz von der University of Toronto und sein Team vom CHIME-Radioteleskop in Kanada das neue Signal im Astronomers Telegram. Demnach fing ihr Teleskop am 28. April 2020 um 16:34 Uhr quasi aus dem Augenwinkel einen starken, zweigipfeligen Radioblitz ein. Um die gleiche Zeit registrierten auch drei Radioteleskope in den USA ein wenige Millisekunden anhaltendes Radiosignal.
Das Ungewöhnliche daran: Dieser Fast Radioburst stammte nicht aus einer anderen Galaxie, sondern hat seinen Ursprung offenbar in unserer Milchstraße, wie die Forscher berichten. Ihren Berechnungen zufolge liegt die Quelle dieser ultrakurzen Radiopulse rund 30.000 Lichtjahre von uns entfernt. Sollte sich dies bestätigen, wäre dies der erste Fast Radioburst, der aus unserer eigenen Galaxie stammt.