In zwei gigantischen Gasblasen strömen Winde mit drei Millionen Kilometern pro Stunde vom Zentrum der Milchstraße weg. Neue Erkenntnisse verraten die Bedingungen, die innerhalb dieser zwei Blasen herrschen, die senkrecht aus unserer Galaxie emporragen. Die neuen Informationen geben auch Aufschluss über den noch unbekannten Ursprung der Strukturen.
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Zu einer Zeit, als der Mensch begann aufrecht zu gehen, ereigneten sich im Herzen unserer Milchstraße gigantische Eruptionen. Als Folge dieser Ausbrüche ragen heute zwei gigantische Blasen aus ausgestoßenen Gasen über 30.000 Lichtjahre weit aus dem Zentrum der Galaxie heraus: Die „Fermi-Blasen“.Sie senden Gammastrahlen aus, durch die sie vor fünf Jahren mit Hilfe des Fermi-Weltraumteleskops der NASA entdeckt wurden. Der Ursprung dieser riesigen, noch immer wachsenden Gaspilze ist noch ungeklärt. Astronomen vermuten jedoch zwei mögliche Ursachen für die Phänomene: Entweder entstanden sie durch Eruptionen des Schwarzen Loches im Zentrum der Milchstraße, oder aber durch eine heftige Serie von Sternentstehungen in den zentralen Regionen.
Mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops haben Andrew Fox und seine Kollegen des Space Telescope Science Institute in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland die Gaswinde der Fermi-Blasen genauer untersucht. Dabei gingen die Forscher folgendermaßen vor: Das ultraviolette Licht eines entfernten Quasars, der hinter einer der Blasen liegt, wird auf seinem Weg durch die Gaswolke von dieser beeinflusst. Das passierende Licht liefert den Forschen Informationen über die Geschwindigkeit, die Zusammensetzung und die Temperatur des expandierenden Gases. Insgesamt 20 Quasare dienten den Astronomen als Lichtquelle für diese Untersuchungen.