Es wird heißer: Vom Kometen Churyumov-Gerasimenko verdampfen bereits beachtliche Mengen Wasser – obwohl dieser noch gut eine halbe Milliarde Kilometer von der Sonne entfernt ist. Gezeigt haben dies Daten der Raumsonde Rosetta, deren Ziel der Komet ist. Die Astronomen sind erfreut von der Empfindlichkeit von Rosettas Messinstrumenten: So früh und aus so großer Entfernung hatten sie nicht mit dem Wassernachweis gerechnet.
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Die Raumsonde Rosetta liefert nach den ersten Bildern nun auch Messdaten von ihrem Zielkometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Erst vor kurzem hatten Wissenschaftler berichtet, dass der Komet aktiv wird und wie ein Schweifstern auszusehen beginnt. Je näher der Komet der Sonne kommt, desto stärker verdampft das Eis seines Kerns. Gas und mitgerissener Staub bilden die sogenannte Koma und den typischen Kometenschweif.
Wie eine Tasse Tee auf dem Mond
Nun gibt es erste Mess-Ergebnisse von Untersuchungen dieses austretenden Gases: Obwohl Churyumov-Gerasimenko am 6. Juni noch rund 583 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt war, traten zu der Zeit bereits rund 300 Milliliter Wasser von der Oberfläche aus – das entspricht zwei kleinen Trinkgläsern. Rosetta lieferte dieses Ergebnis mit dem Instrument Miro, dem Mikrowellen-Instrument des Rosetta Orbiters, aus einer Entfernung zum Kometen von rund 350.000 Kilometern.