Strahlung aus der Todeszone: Schwarze Löcher könnten helfen, endlich die rätselhaften Teilchen der Dunklen Materie ausfindig zu machen. Denn eine Simulation von NASA-Forschern zeigt, dass sich knapp außerhalb des Ereignishorizonts besonders viele dieser Partikel sammeln und miteinander kollidieren. Das aber setzt energiereiche Gammastrahlen frei, die man mit künftigen Gammastrahlen- Teleskopen nachweisen könnte, so die Forscher im Fachmagazin „Astrophysical Journal“.
Woraus besteht die Dunkle Materie? Über diese Frage rätseln Forscher seit langem. Der bisher gängigsten Theorie nach könnte es sich um sogenannte WIMPs (Weakly Interacting Massive Particles) handeln. Diese verhalten sich wie ihre eigenen Antiteilchen und löschen sich aus, wenn sie kollidieren. Dabei werden Gammastrahlen frei. Doch dieses mögliche Signal aus der Vielzahl anderer Gammastrahlenquellen zu isolieren, ist schwer.
Gammastrahlen als Teilchen-Indiz
Dennoch haben Forscher erste potenzielle Anzeichen dieser Strahlung entdeckt, beispielsweise in Zwerggalaxien, in unserer Nachbargalaxie und sogar im Herzen unserer Milchstraße.
Jeremy Schnittman vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt und seine Kollegen haben nun noch eine mögliche Quelle dieses Signals Dunkler Materie-Teilchen ausgemacht: Schwarze Löcher. „Wir wissen zwar noch nicht, was die Dunkle Materie ist, aber wir wissen, dass sie durch die Gravitation mit dem Rest des Universum interagiert“, erklärt Schnittman. „Das aber bedeutet, dass sie sich um Schwarze Löcher besonders stark ansammeln muss.“ Denn diese üben eine extreme Schwerkraft aus, der möglicherweise selbst die WIMPs – oder was auch immer es für Teilchen sind – nicht widerstehen kann.