Kosmischer Pac-Man: Astronomen haben die ersten eindeutigen Gravitationswellen-Signale von der Kollision eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch eingefangen. Die Observatorien LIGO und Virgo detektierten im Januar 2020 gleich zwei dieser Ereignisse. Das Schwarze Loch verschluckte den kleineren Neutronenstern dabei wahrscheinlich im Ganzen und ohne begleitenden Strahlungsausbruch. Der Nachweis solcher gemischten Kollisionen eröffnet die Chance, mehr über Entstehung, Entwicklung und Ende dieser ungleichen Paare zu erfahren.
Seit dem ersten Nachweis von Gravitationswellen im Jahr 2016 haben Astronomen mehr als 50 kosmische Kollisionen mit den Detektoren LIGO und Virgo registriert. Meist verschmolzen dabei zwei stellare Schwarze Löcher, in einigen wenigen Fällen waren es zwei Neutronensterne. Auch Verschmelzungen zweier Partner mit extrem ungleichen Massen waren schon dabei.

Was aber bisher fehlte, war der eindeutige Nachweis eines gemischten Duos – der Kollision eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch. Zwar gab es im April 2019 einen möglichen Kandidaten, die Datenlage war aber zu dünn für einen eindeutigen Nachweis. Ein weiteres Ereignis im Juni 2020 gibt Rätsel auf, denn der zweite Partner war zu leicht für ein Schwarzes Loch, aber etwas zu schwer für einen Neutronenstern.
Zwei gemischte Kollisionen hintereinander
Jetzt haben Astronomen erstmals eindeutige Signale der Kollision eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch eingefangen. Im Januar 2020 registrierten die LIGO-Detektoren in den USA und der Virgo-Detektor in Italien gleich zweimal hintereinander Gravitationswellen eines solchen gemischten Duos. „Die Gravitationswellen allein verraten uns zwar noch nicht die Struktur des leichteren Objekts, aber wir können seine maximale Masse bestimmen“, erklärt Bhooshan Gadre vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam.