Dass Forscher das Alter unseres Sonnensystems korrekt bestimmt haben, war eher Glückssache. Denn wie sich jetzt herausstellt, ist eine der Grundannahmen für die Altersbestimmung, das konstante Verhältnis der beiden Uranisotope 238 und 235, falsch. Das zeigen neue Analysen von Meteoriten, die jetzt in „Science“ vorgestellt wurden.
Unser Sonnensystem ist aus Sternenstaub entstanden. Dieser stammt aus Sternen, die einige Millionen oder sogar Milliarden Jahre vor der Geburt unseres Sonnensystems explodierten. Bei solchen Supernova-Explosionen wurden die schweren Elemente erzeugt, unter ihnen auch Uran. Das zurzeit allgemein anerkannte Alter unseres Sonnensystems liegt bei 4,567 Milliarden Jahren. Wissenschaftler ermittelten es 2002 anhand des radioaktiven Zerfalls von Uran zu Blei, dem Goldstandard der Altersbestimmung in den Geo- und Planetenwissenschaften. Um diese radioaktive
Uhr präzise anwenden zu können, muss man allerdings das Verhältnis der beiden langlebigen Uranisotope 238U/235U genau kennen. Bisher galt dieses Verhältnis als konstant.
Jetzt aber haben Frankfurter Geowissenschaftler gemeinsam mit Kollegen von der Arizona State Universität gezeigt, dass es gerade in dem ältesten Material des Sonnensystems, den Meteoriten, erhebliche Variationen in der Uranisotopie gibt. Hätte man die jüngst untersuchten Kalzium- Aluminium-reichen Einschlüsse (CAIs) einiger Meteoriten zur Altersbestimmung herangezogen, wäre das Sonnensystem bis zu fünf Millionen Jahre zu alt datiert worden.