Kosmisches Wasser: Astronomen haben ein entscheidendes Bindeglied für die Herkunft des Wassers im Sonnensystem entdeckt – in der protoplanetaren Scheibe eines 1.300 Lichtjahre entfernten Sterns. Spektralanalysen enthüllten, dass die Wassermoleküle in diesem System einen ähnlichen Deuteriumanteil aufweisen wie das interstellaren Medium, aber auch wie die Kometen und Asteroiden im Sonnensystem. Das Wasser im Sonnensystem ist demnach zumindest in Teilen interstellaren Ursprungs – und weit älter als unser System, so die Astronomen in „Nature“.
Woher bekam die Erde einst ihr Wasser? Isotopenvergleiche legen nahe, dass unser Planet sein Wasser teils aus dem Staub und Gas der Urwolke erhielt, teils durch Einschläge von Asteroiden und Kometen. Allerdings gibt es auch einige Abweichungen, die auf eine weitere Quelle hindeuten. Planetenforscher vermuten daher schon seit längerem, dass Jungsterne und ihre protoplanetaren Scheiben ihr Wasser auch vom interstellaren Medium „erben“ – den Gas- und Staubwolken, aus denen neue Sterne entstehen.

Fehlendes Glied in der Kette
„Wir können uns den Weg des Wassers durch den Kosmos als eine Kette vorstellen: Wir wissen bereits, wie die Endglieder davon aussehen – das Wasser auf Planeten und in Kometen“, erklärt Erstautor John Tobin vom National Radio Astronomy Observatory (NRAO) in Charlottesville. „Wir konnten bisher schon die Erde mit Kometen verknüpfen und Protosterne mit dem interstellaren Medium. Aber das Bindeglied von Protosternen zu Kometen fehlte.“
Dieses Missing Link müssten eigentlich die protoplanetaren Scheiben um junge Sterne liefern. Doch dabei gibt es ein Problem: Normalerweise ist der größte Teil des Wassers in diesen Gas- und Staubscheiben zu Eiskristallen gefroren. Bei gefrorenem Wasser können Astronomen jedoch die Isotopenzusammensetzung, beispielsweise den Anteil des schweren Wasserstoff-Isotops Deuterium, nicht anhand von Spektralanalysen bestimmen – das geht nur bei gasförmigen Stoffen.