Diffuses Leuchten: Der Kosmos könnte dunkler und galaxienärmer sein als bislang gedacht. Darauf deuten Messungen des optischen Hintergrundleuchtens mit der Raumsonde New Horizons hin. Weil sie jenseits des Pluto ihren Bahn zieht, kann sie den Himmel ohne Lichtverschmutzung beobachten. Ihren Messungen nach ist das All zehnmal dunkler als angenommen. Statt rund zwei Billionen Galaxien könnte das Universum demnach nur einige hundert Milliarden Galaxien umfassen.
Auch wenn uns der Nachthimmel dunkel erscheint, ist der Kosmos von einem schwachen, diffusen Licht erfüllt. Dieses optische Hintergrundleuchten ist das, was übrigbleibt, wenn die punktförmigen Lichtquellen der Sterne, Galaxien und anderer kosmischer Objekte ausgeblendet werden. Der extrem schwache, gleichmäßige Teppich aus Photonen besteht aus gestreutem Licht, das unter anderem von fernen, außer der Reichweite selbst der besten Teleskope liegenden Galaxien ausgeht.
Lichtverschmutzung auch im All
Damit liefert das optische Hintergrundlicht wertvolle Informationen darüber, wie viele Galaxien es im Kosmos insgesamt geben könnte, und auch, welche Lichtquellen es in der fernen, frühen Anfangszeit gab. „Während der kosmische Mikrowellenhintergrund uns verrät, wie der Kosmos 380.000 Jahre nach dem Urknall aussah, verrät uns die optische Hintergrundstrahlung etwas über die Zahl der Sterne, die sich seit damals gebildet haben und wann dies geschah“, erklärt Erstautor Marc Postman vom Space Telescope Science Institute in Baltimore.
Das Problem jedoch: Um dieses schwache Hintergrundleuchten zu messen, muss man möglichst jede Lichtverschmutzung durch die Sonne, die reflektierenden Staubteilchen des inneren Sonnensystems oder andere Störeffekte vermeiden. Selbst das Weltraumteleskop Hubble ist diesen Störeffekten noch ausgesetzt, so dass es für Astronomen schwer ist, den Anteil des Hintergrundleuchtens aus seinen Deep-Field-Aufnahmen herauszurechnen.