Gegen alle Theorie: Astronomen haben einen ungewöhnlich großen Planeten um einen Roten Zwerg entdeckt. Der heiße Gasriese ist so groß wie der Jupiter und damit der größte Exoplanet, der jemals um einen Zwergstern beobachtet wurde. Das Seltsame daran: Nach gängiger Theorie dürften so kleine Sterne solche Planetenriesen gar nicht hervorbringen können. Warum dieser Gasriese doch entstand und ob auch andere Rote Zwerge so große Planeten besitzen können, ist nun noch offen.
Typischerweise entstehen Planeten in der gleichen Wolke aus Staub und Gas, die auch ihren Zentralstern hervorbrachte. Die Materialmenge in einer solchen Akkretionsscheibe bestimmt, wie groß der Stern werden kann und wie viel für seine Planeten übrig bleibt. Reicht das Material nur für einen Zwergstern, bilden sich gängiger Theorie nach nur kleine Gesteinsplaneten in seinem Orbit.
Gasriese mit Mini-Stern
Doch jetzt haben Astronomen um Daniel Bayliss von der University of Warwick einen Exoplaneten entdeckt, der diese Theorie torpediert. Sie entdeckten ihn, als sie einen rund 600 Lichtjahre entfernten Roten Zwerg mit den zwölf gekoppelten Teleskopen des Next-Generation Transit Survey (NGTS) auf dem Paranal in Chile beobachteten. Der Zwergstern ist nur halb so groß wie die Sonne.
Das Überraschende: Im Orbit um diesen Roten Zwerg kreist ein großer Gasriese. Nach Schätzungen der Astronomen ist der NGTS-1b getaufte Planet mindestens so groß wie der Jupiter und hat nur rund 20 Prozent weniger Masse als dieser. NGTS-1b ist damit erst der dritte Gasriese, der um einen Roten Zwerg beobachtet wurde – und der mit Abstand größte. Er umkreist seinen Zwergstern sehr eng und benötigt nur 2,6 Tage für einen Umlauf.