Verblüffender Effekt: Das simple Pressen eines Tennisballs in der Hand kann gegen das Versagen bei einer Prüfung oder einem Sportwettkampf helfen, wie ein Experiment bestätigt. Demnach sorgt das kurzzeitige Faustballen für einen Entspannungseffekt, der sich am Gehirn ablesen lässt. Dieser wiederum vermeidet die stressbedingte Blockade von automatisierten Abläufen, wie die Forschenden im Fachmagazin „PLoS ONE“ berichten.
Diese Situation kennen viele: Man hat sich perfekt vorbereitet, doch im entscheidenden Moment ist der Kopf leer und man bringt kein Wort mehr heraus. „Choking under pressure“ wird dieses Phänomen des Versagens unter nervlichem Druck auch genannt. Es tritt bei Prüfungen ebenso auf wie in sportlichen Wettkämpfen: Tennischampions spielen dann den entscheidenden Ball ins Aus und Fußballer treffen das Tor nicht mehr. Allen ist gemeinsam, dass sie in einer entscheidenden Situation ihre Leistungsfähigkeit nicht abrufen können.
Stress blockiert automatisierte Abläufe
Aber warum? Studien an Leistungsportlern legen nahe, dass dies mit einer Art Selbstblockade des Gehirns zu tun haben könnte: Normalerweise werden tausendfach geübte Bewegungsabläufe von unserem Gehirn automatisiert. Als Folge müssen wir nicht mehr über die einzelnen Teilbewegungen nachdenken, sondern die Finger, Hände oder Beine führen die Bewegung quasi von selbst aus. Im Gehirn benötigen solche automatisierten Bewegungsabläufe weniger Neuronen und Verschaltungen als neu gelernte.
Doch wenn wir unter Stress stehen, funktioniert der Automatismus offenbar nicht mehr richtig. Durch die Aufregung und den Wunsch, es besonders gut zu machen, stören wir den Prozess: „Der Versuch, die Ausführung einer hochgradig automatisierten Fertigkeit bewusst zu kontrollieren, stört dann den reibungslosen Ablauf“, erklären Jürgen Beckmann von der Technischen Universität München und seine Kollegen.