Hilfe aus der Natur: Schon länger gelten Cranberry-Präparate als hilfreich gegen eine Blasenentzündung. Jetzt bestätigt eine Metaanalyse, dass solche pflanzlichen Mittel tatsächlich das Wiederauftreten einer solchen Entzündung verzögern oder sogar verhindern können. Auch für einige andere Pflanzenpräparate gab es Hinweise auf eine vorbeugende Wirksamkeit. Allerdings: Ob die Mittel auch gegen eine akute Blasenentzündung wirken, ist unklar.
Vor allem Frauen leiden häufiger unter wiederkehrenden Blasenentzündungen. Dabei dringen Bakterien über die Harnröhre in die Blase ein, vermehren sich und verursachen Schmerzen und übermäßigen Harndrang. In vielen Fällen heilt die Entzündung nach rund einer Woche von alleine ab, in anderen Fällen werden Antibiotika verschrieben. Um letzteres zu vermeiden, setzen viele Betroffenen auf pflanzliche Mittel, darunter Präparate aus Cranberry, Bärentraubenblättern, Löwenzahn, Kapuzinerkressekraut oder Meerrettichwurzel. Sie sollen harntreibend und antibakteriell wirken.
Vorbeugende Wirkung bestätigt
Doch wie gut wirken diese Pflanzenpräparate gegen Blasenentzündungen? Das hat nun ein Forschungsteam im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer Metaanalyse näher untersucht. Dafür werteten die Wissenschaftler 15 Studien aus, in denen die vorbeugende Wirksamkeit verschiedener Pflanzenpräparate gegen eine wiederkehrende Blasenentzündung im Vergleich zu einem Placebo untersucht worden war.
Das Ergebnis: Pflanzenpräparate, die Cranberry enthalten, können offenbar tatsächlich das Wiederauftreten einer Blasentenzündung verhindern oder zumindest hinauszögern. Bei den betroffenen Frauen traten die Infektionen bei regelmäßiger Einnahme dieser Mittel seltener auf als in der Placebogruppe. Nach Ansicht des Forschungsteams kann der präventive Einsatz von Cranberry-Präparaten daher bei Frauen mit unkomplizierter wiederkehrender Blasenentzündung sinnvoll sein. Ob sie auch zur Akutbehandlung geeignet sind, bleibt wegen fehlender Daten jedoch offen.