Popeye hatte Recht: Spinat stärkt die Muskeln und fördert das Wachstum von Muskelzellen. Verantwortlich für diesen Dopingeffekt des Grüngemüses ist der Inhaltsstoff Ecdysteron, ein pflanzliches Phytosteroid. In einer Studie zeigten Probanden nach Einnahme von Spinatextrakt einen deutlichen Zuwachs an Muskelmasse und Kraft – so viel, dass die Forscher für eine Aufnahme des Ecdysterons in die Dopingliste plädieren.
Spinat gilt als gesund, denn das grüne Gemüse ist reich an Mineralen, Vitaminen und Proteinen. Auch Eisen ist in den Blättern reichlich vorhanden, wenn auch nicht in so großer Menge wie früher landläufig angenommen. Um die positive Wirkung des Spinats populär zu machen, machte der Comiczeichner Elzie Segar das grüne Gemüse zum „Dopingmittel“ für seinen Helden Popeye: Der Genuss von Dosenspinat verlieh dem muskelbepackten Seemann wahre Superkräfte.
Muskelfördernd in Zellkulturen und bei Ratten
Jetzt zeigt sich: Segar lag mit seiner Darstellung von Spinat als Dopingmittel gar nicht so falsch. Denn das Gemüse enthält einen Inhaltsstoff, der schon länger im Verdacht steht, das Muskelwachstum anzuregen und die Kräfte zu steigern. Dabei handelt es sich um Ecdysteron, ein pflanzliches Steroid. „Schon vor einigen Jahren wurde Ecdysteron als ‚the Russian Secret‘ für Leistungssteigerung im Sport bezeichnet“, erläutert Studienleiterin Maria Parr von der Freien Universität Berlin.
In bisherigen Tests mit Muskelzellen in Zellkulturen zeigte das Phytosteroid eine stärkere Wirkung als klassische Dopingmittel wie das anabole Steroid Metandienon. Und auch bei Ratten wirkte der Spinatinhaltsstoff Ecdysteron leistungssteigernd: „Ecdysteron erwies sich in einer jüngst bei Ratten durchgeführten Studie sogar als effektiver als verbotene Anabolika“, berichten Parr und ihre Kollegen. Ein Nachweis, ob diese Dopingwirkung des Spinatinhaltsstoffs auch beim Menschen besteht, fehlte aber bislang.