Hoffnungsvoller Ansatz: Ein erster Impfstoff gegen das Epstein-Barr-Virus ist zurzeit in den USA im klinischen Test. Das Vakzin soll gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber, aber auch schwerwiegende Spätfolgen des Virus wie das Guillain-Barré-Syndrom, Krebs und Multiple Sklerose schützen. Der Impfstoff besteht aus einem Protein-Nanopartikel, das ein Oberflächenprotein des Virus trägt. Die klinische Studie der Phase 1 soll nun zunächst Verträglichkeit und Sicherheit des Vakzins überprüfen.
Rund 95 Prozent der Menschen tragen das Epstein-Barr-Virus (EBV) in sich – meist schon seit ihrer frühen Kindheit und völlig unbemerkt. Infiziert man sich jedoch erst als Jugendlicher oder Erwachsener, kann das Virus das Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen. Zudem steht der zu den Herpesviren gehörende Erreger im Verdacht, Lymphdrüsenkrebs, das Chronische Fatigue-Syndrom und verschiedenen Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Lupus erythematosus zu verursachen. Auch für Long Covid wird eine Beteiligung von EBV diskutiert.
Bisher gibt es keine wirksame Therapie und keinen Impfstoff gegen eine EBV-Infektion.

Impfstoff für Infizierte und Nichtinfizierte zugleich
Doch das soll sich nun ändern. Ein Team um Jessica Durkee-Shock vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in den USA hat einen Impfstoff gegen EBV entwickelt, der nun erstmals in einer klinischen Stude der Phase 1 an menschlichen Probanden getestet wird. Es ist erst die zweite klinische Studie eines EBV-Vakzins in den letzten 20 Jahren, wie die Forschenden berichten.