Übertriebene Angst? Europa ist der Kontinent mit dem meisten Impfskeptikern weltweit. Nirgendwo sonst machen sich die Menschen mehr Sorgen um Sicherheit und Nebenwirkungen von Vakzinen. Besonders skeptisch ist die Bevölkerung in Frankreich und Russland, wie eine weltweite Studie zeigt. In Südostasien und Afrika dagegen sind solche Bedenken gegenüber Schutzimpfungen kaum verbreitet.
Schutzimpfungen sind eine der wichtigsten Waffen der Medizin gegen Viren, denn Heilmittel gibt es gegen die meisten von ihnen nicht. Doch obwohl – oder gerade weil – Schutzimpfungen gegen Pocken, Kinderlähmung, Diphterie und weitere Krankheiten bei uns so erfolgreich waren, nimmt die Impfmüdigkeit in vielen Industrieländern zu. So kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Masernausbrüchen, weil Eltern ihre Kinder nicht mehr impfen ließen.
Hohe Zustimmung zur Wichtigkeit
Wie es weltweit mit der Haltung gegenüber Schutzimpfungen aussieht, haben nun Heidi Larson von der London School of Hygiene and Tropical Medicine und ihre Kollegen erstmals umfassend ermittelt. Für ihre Studie befragten sie fast 66.000 Menschen in 67 Ländern auf allen Kontinenten nach ihrer Meinung zur Nützlichkeit, Sicherheit, Bedeutung und Effektivität von Impfungen.
Das Ergebnis: Einig sind sich die Menschen weltweit offenbar darüber, dass Schutzimpfungen nützlich und wichtig sind. Am höchsten war die Zustimmung dazu mit 99 Prozent in Bangladesch, dem Iran und Ekuador, am niedrigsten mit rund 85 Prozent in Russland und Italien. Im europäischen Durchschnitt halten knapp 93 Prozent Impfungen für wichtig.