Schlechte Spermien-Qualität: Die Ursachen für wiederkehrende Fehlgeburten liegen entgegen gängiger Annahme offenbar nicht nur in der Gesundheit der Mutter begründet. Wie eine Studie nun nahelegt, spielt auch der Vater eine Rolle. Demnach weisen die Spermazellen betroffener Männer auffällig viele DNA-Schäden auf. Diese könnten durch die Anreicherung hochreaktiver Sauerstoffmoleküle entstehen und womöglich eine Folge bakterieller Infektionen oder Alterungsprozessen sein.
Verlieren werdende Eltern ihr Kind, noch bevor der Fötus mithilfe intensivmedizinischer Unterstützung überlebensfähig gewesen wäre, sprechen Mediziner von einer Fehlgeburt. Dieses auch Abort genannte Ereignis ist für betroffene Paare psychisch sehr belastend – vor allem dann, wenn es mehr als einmal passiert.
Solche wiederkehrenden Fehlgeburten werden in der Regel mit gesundheitlichen Problemen der Mutter in Verbindung gebracht. So ist etwa bekannt, dass Infektionen oder Immunerkrankungen das Risiko für eine frühzeitige Beendigung der Schwangerschaft erhöhen. Doch in letzter Zeit zeichnet sich ab, dass auch der Vater das Risiko einer Fehlgeburt beeinflussen kann.
Auffällig viele DNA-Schäden
„Jüngeren Studien zufolge spielt das männliche Sperma unter anderem eine wichtige Rolle für die Bildung der Plazenta, die entscheidend für die Versorgung des Ungeborenen mit Sauerstoff und Nährstoffen ist“, sagt Channa Jayasena vom Imperial College London. Aus diesem Grund haben er und seine Kollegen die mögliche Rolle des Vaters in diesem Zusammenhang nun genauer untersucht.