In utero: Forscher haben die Genschere CRISPR zum ersten Mal pränatal eingesetzt. Sie korrigierten mithilfe einer modifizierten Variante dieses Werkzeugs einen Erbgutdefekt bei ungeborenen Mäusen. Damit steigt die Hoffnung, dass angeborene Krankheiten eines Tages bereits im Mutterleib erfolgreich behandelt werden könnten. Ein Einsatz des Verfahrens beim Menschen sei aber noch in weiter Ferne, betont das Team im Fachmagazin „Nature Medicine“.
Die Genschere CRISPR gilt als Durchbruch für die Gentherapie. Denn mit diesem Werkzeug lassen sich Mutationen im Erbgut einfacher und gezielter reparieren als zuvor. Forscher haben es unter anderem bereits genutzt, um eine Alzheimer-Mutation in menschlichen Zellen zu korrigieren und die erblich bedingte Muskeldystrophie Duchenne bei Mäusen zu behandeln. Inzwischen wird die Methode sogar bereits in ersten klinischen Studien erprobt.
Angeborene Krankheit
Ein weiterer Erfolg ist nun Wissenschaftlern um William Peranteau vom Children’s Hospital of Philadelphia gelungen: Sie haben die Genschere zum ersten Mal pränatal eingesetzt – und so eine Erbkrankheit bereits bei ungeborenen Säugetieren im Mutterleib geheilt. Konkret behandelte das Forscherteam Mäuse mit einer Mutation im sogenannten FAA-Gen. Dieser Gendefekt verursacht die Stoffwechselerkrankung Tyrosinämie Typ 1.
Die Erbkrankheit zeichnet sich durch eine Anreicherung schädlicher Stoffwechselprodukte aus, die zu schweren Schäden an Nieren und Leber führt. Sie kann zwar durch Medikamente und eine strenge Diät behandelt werden. Doch nicht immer ist diese Therapie von Erfolg gekrönt – ohne eine rettende Lebertransplantation droht Patienten im Extremfall der Tod.