Erhöhtes Risiko: Kleine Männer bekommen möglicherweise häufiger Haarausfall und eine Glatze – darauf deutet zumindest eine genetische Studie hin. Denn einige Genvarianten, die den frühzeitigen Haarausfall fördern, sind mit einer geringeren Körpergröße und heller Haut verknüpft. Auch das Risiko für einige Krankheiten wie dem Prostatakrebs, könnte bei Männern mit frühem Haarausfall leicht erhöht sein, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“.
Es trifft in Europa rund 80 Prozent der Männer: Ab einem bestimmten Alter lichtet sich ihr Haarschopf und langsam entsteht eine Glatze. Die Haarfollikel produzieren nur noch extrem kleine, dünne Härchen, die meist sofort abbrechen. Als Ursachen für diesen oft vererbten Haarausfall gelten eine Überempfindlichkeit der Follikel gegen Testosteron, aber auch bestimmte Botenstoffe, die das Haarwachstum hemmen.
Spurensuche bei 20.000 Männern
Welche Gene diesen Haarausfall verursachen und warum, ist bisher jedoch nur in Teilen geklärt. Auch die Frage, ob der Haarausfall mit anderen körperlichen Merkmalen verknüpft ist, blieb weitgehend offen. Es gab allerdings Hinweise darauf, dass Männer mit frühzeitigem Haarausfall etwas häufiger Herzerkrankungen und Prostatakrebs bekommen.
Zumindest einige weitere Antworten liefern nun Stefanie Heilmann-Heimbach von der Universität Bonn und ihre Kollegen. Sie haben für die bisher größte Genstudie zu diesem Thema das Erbgut von mehr als 20.000 Männern aus sieben Ländern nach Risikofaktoren für frühzeitigen Haarausfall durchsucht. Etwa die Hälfte ihrer Probanden litt unter Haarausfall, die andere nicht.