Fortschritt für die Herzchirurgie: Stark geschädigte Herzkranzgefäße müssen oft mit einem Bypass behandelt werden – implantierten Ersatzadern. Künftig könnten solche Ersatz-Blutgefäße auch mit einem 3D-Biodrucker künstlich hergestellt werden. Einen Prototypen für einen solchen Gefäß-Drucker haben Forscher jetzt entwickelt und getestet. Die Anwendung am Menschen muss aber noch erprobt werden.
Bestimmte Veranlagungen, Rauchen und eine ungesunde Lebensweisen können das Risiko erhöhen, dass die Herzkrankgefäße durch fetthaltige, verkalkte Ablagerungen verengt oder verstopft sind. Unbehandelt kann diese koronare Herzkrankheit zu einem Herzinfarkt führen. Hat der Patient Engstellen in ein oder zwei Herzkranzarterien, können sie in der Regel behandelt werden, indem die Arterien mit einem Ballon oder einem Stent aufgedehnt werden.
Sind aber mehr Gefäße oder die linke Koronararterie im Herzen betroffen, müssen die Engstellen hingegen meist operativ mit einem Bypass überbrückt werden. In einer solchen Bypass-Operation ersetzen Chirurgen die verstopften Gefäße mit Adern aus dem Körper. Sie nähen gesunde Gefäße aus Arm, Bein oder etwa der Brustwand als „Umgehungsstraßen“ vor die Engstellen auf die Herzkranzgefäße, sodass das Blut ungehindert zum Herzen fließen kann.
Ersatzgefäße oft Mangelware
Solche Bypass-Operationen sind zwar mittlerweile Routineeingriffe und werden jährlich zehntausendfach durchgeführt. Jedoch sind bei circa 20 Prozent der Betroffenen, die eine Bypass-Operation benötigen, keine geeigneten körpereigenen Gefäße vorhanden. „Viele Patienten bringen Venenerkrankungen wie zum Beispiel Krampfadern mit, so dass wir gar nicht genügend Material haben, um alle Engstellen zu behandeln“, erklärt Rouven Berndt vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel.