Elektrische Signale gegen die Lähmung: Ein Hirnschrittmacher könnte gegen die häufigste Folge eines Schlaganfalls helfen: Gangstörungen und Lähmungen eines Beins. Denn die gezielte elektrische Reizung eines Bewegungszentrums im Mittelhirn kann diese Bewegungsstörungen deutlich bessern, wie Versuche mit Ratten jetzt zeigen. Die Forscher sind durchaus zuversichtlich, dass ein solcher Hirnschrittmacher auch menschlichen Patienten nach einem Schlaganfall helfen könnte.
In unserem Gehirn spielen elektrische Signale für die Kommunikation der Neuronen eine wichtige Rolle. Das „Feuern“ bestimmter Hirnareale steuert wichtige Aufgaben wie unsere Bewegung oder unser Denken, aber beeinflusst auch unsere Stimmung. Ist diese Aktivität gestört, kann in manchen Fällen ein Hirnschrittmacher helfen. Er reizt die entsprechenden Hirnbereiche durch implantierte Elektroden. Diese sogenannte Tiefe Hirnstimulation wird bereits bei Patienten mit Parkinson und schweren Depressionen eingesetzt.
Hirnschrittmacher gegen Lähmungen?
Jetzt gibt es Hinweise darauf, dass ein Hirnschrittmacher auch Menschen nach einem Schlaganfall helfen könnte. Bei diesen Patienten sind meist Teile des Gehirns durch eine Blutung oder eine verstopfte Hirnarterie geschädigt. Als Folge bleiben Lähmungen und Bewegungsstörungen zurück: Etwa ein Drittel der Überlebenden eines Schlaganfalls können kaum oder gar nicht mehr gehen.
„Für diese chronischen Gangstörungen gibt es bisher keine wirklich wirksamen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten – und auch die Erfolge von übenden Therapien sind sehr beschränkt“, erklärt Jens Volkmann vom Uniklinikum Würzburg. Ob diesen Patienten möglicherweise eine Hirnstimulation helfen könnte, haben er und seine Kollegen in einer Studie an Ratten untersucht. Dafür lösten sie bei den Tieren einen Schlaganfall aus, der ihre Beine lähmte und implantierten einem Teil von ihnen anschließend einen Hirnschrittmacher.