Der Geburtszeitpunkt prägt: Im Dezember geborene Kinder haben ein deutlich geringeres Risiko, später an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben. Eine Geburt im Frühjahr oder Frühsommer macht dagegen anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie eine der größten Studien zu diesem Thema zeigt. Sie bestätigt, dass der Zeitpunkt der Geburt einen messbaren Einfluss auf die spätere Gesundheit hat. Warum das aber so ist, bleibt weiterhin offen.
Zu welcher Jahreszeit wir geboren wurden, kann uns mehr prägen als landläufig angenommen. Denn Studien zeigen, dass beispielsweise Winterkinder häufiger Linkshänder sind und eine weniger reizbare Persönlichkeit haben. Sommerkinder sind dafür oft schwerer, größer und spätentwickelnd. Und auch die spätere Gesundheit wird offenbar vom Geburtsmonat beeinflusst: Wissenschaftler haben 55 Krankheiten identifiziert, die je nach Geburtsdatum unterschiedlich stark vorkommen.
Beeinflusst der Geburtsmonat die Herzgesundheit?
Einen weiteren Effekt des Geburtszeitpunktes auf die Gesundheit haben nun Yin Zhang von der Harvard Medical School in Boston und ihre Kollegen bestätigt. Für ihre Studie hatten sie die Daten von 116.911 Teilnehmerinnen der Nurse’s Health Studie ausgewertet – einer der größten und längsten Gesundheitsstudien weltweit. Sie untersuchten, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Geburtszeitpunkt und der Anfälligkeit der Frauen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
„Der Zusammenhang zwischen Geburtsmonat und einem höheren Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu versterben, wurde bereits früher dokumentiert“, erklärt Seniorautorin Eva Schernhammer von der Medizinischen Hochschule Wien. Aber im Unterschied dazu konnten die Forscher nun verfälschende Einflussfaktoren wie die familiären oder sozioökonomischen Bedingungen klarer ausschließen.