Taktgeber der inneren Uhr: Das Spurenelement Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des menschlichen Tagesrhythmus, haben deutsche Wissenschaftler herausgefunden. Fehlt das Zink, kommen wichtige Bindungen der inneren Uhr nicht zustande. Die neuen, in der Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlichten Erkenntnisse könnten auch zur Entwicklung neuer Therapieformen beitragen.
Ein mehrstündiger Flug in eine andere Zeitzone oder eine durchgearbeitete Nacht, und schon ist unsere innere Uhr falsch eingestellt: Die molekularen Wechselwirkungen, die unseren Tagesrhythmus bestimmen, passen nicht mehr zu unserem Eindruck der Tageszeit. Diese Wechselwirkungen finden zwischen ganz bestimmten Proteinen und spezifischen Ziel-Genen statt.
Proteine lassen innere Uhr ticken
Wie beim Zusammenspiel der mechanischen Teile einer Armbanduhr binden sogenannte Uhrproteine zu ganz bestimmten Zeitpunkten aneinander. Die gebundenen Proteine wiederum aktivieren die Gene für zeitspezifische Vorgänge im Körper sowie weitere Proteine, die die Uhr weiter ticken lassen. So entsteht ein Rhythmus von etwa 24 Stunden, der unser Schlaf-Wach-Verhalten, aber auch viele andere hormonelle und Stoffwechselprozesse steuert.
„Das Grundverständnis der Funktionsweise unserer inneren Uhr ist in vielen Lebensbereichen von großer Bedeutung“, erklärt Achim Kramer von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. „So ist beispielsweise bei den Volkskrankheiten Krebs und Diabetes bekannt, dass die innere Uhr der Zellen falsch eingestellt ist. Auch die Probleme, die uns ein Jetlag oder Schichtarbeit bereiten, hängen mit der inneren Uhr zusammen.“