Lesen schützt: Wer nie richtig lesen und schreiben gelernt hat, hat ein erheblich höheres Demenzrisiko, wie nun eine Studie nahelegt. Demnach erkranken Analphabeten im Alter fast dreimal häufiger an einer Demenz als Menschen, die das Lesen und Schreiben beherrschen. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass diese Fertigkeiten das Gehirn trainieren und so dessen Resilienz gegenüber dem geistigen Abbau erhöhen.
Demenzerkrankungen wie Alzheimer gehören heute zu den häufigsten neurologischen Leiden im Alter. Viele Menschen suchen daher nach Möglichkeiten, dem geistigen Abbau vorzubeugen. Denn Studien zeigen, dass ein Training des Gehirns durch spezielle Programme, Sprachenlernen, Bewegung und auch soziale Kontakte das Demenzrisiko verringern oder den Ausbruch der Erkrankung zumindest hinauszögern kann.
Lesen und Schreiben als Gehirnjogging?
Doch es gibt auch ein Gehirntraining, dass jeder von uns quasi nebenher absolviert: das Lesen und Schreiben. Denn wie Miguel Renteria von der Columbia University in New York und seine Kollegen herausgefunden haben, scheint schon das Beherrschen dieser Fertigkeiten eine gewisse Schutzwirkung gegen die Demenz zu entfalten.
„Durch das Lesen und Schreiben können Menschen mehr Aktivitäten ausüben, die das Gehirn beanspruchen – beispielsweise Zeitunglesen oder den Kindern und Enkeln bei den Haussaufgaben helfen“, erklärt Renterias Kollegin Jennifer Manly. „Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass solche Aktivitäten das Risiko für eine Demenz reduzieren können.“ Welchen Unterschied dabei allein schon das Beherrschen des Lesens und Schreibens macht, haben die Forscher nun untersucht.