Unangenehme Nebenwirkung: Wenn der Schnupfen besonders heftig ausfällt, kann dies auch an der Luftverschmutzung liegen. Denn eine hohe Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden verschlimmert die Symptome einer solchen Rhinitis, wie nun eine Studie in 17 europäischen Städten nachgewiesen hat. Schuld daran ist wahrscheinlich die Doppelbelastung der Atemwegszellen durch die Viren und den oxidativen Stress der Schadstoffe.
Eine laufende Nase, Niesattacken und geschwollene, entzündete Schleimhäute: Schnupfen ist vor allem im Winter weit verbreitet. Verantwortlich dafür sind vor allem die hochansteckenden Rhinoviren. Doch wie oft und wie schlimm eine solche Rhinitis uns trifft, hängt nicht nur von der persönlichen Disposition ab. Auch Kälte und Tabakrauch können die Infektion begünstigen, wie Studien belegen.
Feinstaub und Stickoxide im Visier
Einen weiteren Einflussfaktor haben nun Forscher um Emilie Burte vom Barcelona Institut für globale Gesundheit (ISGlobal) identifiziert: die Luftverschmutzung. Den Anstoß dafür gab die Beobachtung, dass Feinstaub und Stickoxide die Symptome von Asthma verschlimmern können. „Deshalb wollten wir wissen, ob eine langfristige Belastung mit Luftschadstoffen auch eine prägende Rolle bei der Rhinitis spielt“, erklärt Burtes Kollegin Benedicte Jacquemin.
Für ihre Studie analysierten die Forscher Daten von 1.408 Rhinitispatienten aus 17 europäischen Städten, darunter Paris, Barcelona, Antwerpen, Umea und Erfurt. Über Befragungen ermittelten sie jeweils die Schwere der Symptome und den Verlauf der Infektion. Für die Luftverschmutzung am Wohnort der Teilnehmer zogen sie Daten eines europäischen Luftmessprojekts heran.