Unerwünschter Untermieter: Einmal eingeschleppt, nistet sich das resistente Bakterium MRSA auf lange Zeit in Haushalten ein. Stämme dieses vormals als Krankenhauskeim berüchtigten Erregers können US-Forschern zufolge jahrelang von einer Person im Haus zur anderen geradezu herumgereicht werden. Mit der Zeit entsteht so ein genetisch typischer Stamm für einen befallenen Haushalt.
Manche Bakterien lassen sich von keinem der gängigen Antibiotika beeindrucken – sie sind weitgehend resistent dagegen. Viele solcher antibiotikaresistenten Bakterienstämme sind auf dem Vormarsch, trotz ständig neuer Medikamente. Ein besonders gefürchteter Vertreter ist der methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA).
Nicht mehr nur Krankenhauskeim
Vormals nur als „Krankenhauskeim“ berüchtigt, taucht dieses Bakterium seit den 1990er Jahren auch mehr und mehr im Alltagsleben auf. Betroffen sind oft ganze Gemeinschaften, die in engem Kontakt stehen: Bewohner eines Altenheims, Sportvereine, oder auch Gefängnisinsassen. Der häufige MRSA-Stamm USA300 löst Infektionen der Haut aus und ist schnell übertragbar.
Bereits aus früheren Studien ist bekannt, dass USA300 MRSA sich auch in Haushalten einnistet und vermehrt. Von 350 Patienten mit einer Hautinfektion trugen 40 Prozent Kolonien des resistenten Keims auf ihrem Körper. Darüber hinaus wiesen Mediziner das Bakterium auch bei der Hälfte der Menschen nach, die mit den Patienten im selben Haushalt lebten.