Musikalische Therapie: Musik könnte die neuronale Entwicklung von Frühgeborenen fördern. Wie eine Studie offenbart, wirkt sich die regelmäßige Beschallung mit angenehmer Hintergrundmusik positiv auf die funktionelle Verknüpfung wichtiger Hirnregionen aus. Als Folge gleicht das Gehirn der Frühchen mehr dem von reif geborenen Kindern. Damit kann Musik womöglich einige Defizite ausgleichen, die durch die Unreife bei der Geburt und die stressige Umgebung auf der Frühchen-Station entstehen.
Wenn Babys mehrere Wochen zu früh das Licht der Welt erblicken, ist ihr Körper auf das Leben da draußen noch nicht vorbereitet: Frühchen wirken kleiner und zerbrechlicher als Normalgeborene und können oftmals nicht selbständig atmen oder trinken. Auch ihr Gehirn ist in der Regel noch unreif. Diese Defizite zum Geburtszeitpunkt wirken auch im späteren Leben der Kinder nach. Studien zeigen, dass Frühgeborene anfälliger für bestimmte Krankheiten sind, häufiger bei der motorischen Entwicklung hinterherhinken und beim Lernen in der Schule langsamer sind als Gleichaltrige.
Womöglich spielt für diesen Entwicklungsnachteil auch die stressige und laute Umgebung der Frühchen-Station im Krankenhaus eine Rolle, wie Studien nahelegen: „Die Unreife des Gehirns in Kombination mit störenden sensorischen Reizen könnte erklären, warum sich die neuronalen Netzwerke vieler Frühgeborener nicht normal entwickeln“, konstatiert Petra Hüppi vom Universitätsklinikum Genf.

Musik auf der Frühchen-Station
Aus diesem Grund haben die Medizinerin und ihre Kollegen um Erstautorin Lara Lordier nach Möglichkeiten gesucht, den störenden Einfluss zu kompensieren: durch Reize, die für die Babys angenehm sind und Struktur in ihren Alltag bringen. Zu diesem Zweck entwarf ein Komponist extra eine Reihe von Musikstücken mit Instrumenten wie Harfe und Flöte, die auf Neugeborene nachweislich entspannend wirken.