Wenn jemand an Arteriosklerose erkrankt, muss nicht immer die Lebensweise oder Ernährung schuld sein. Auch eine Mutation im Genom der Blutzellen kann das Risiko für eine solche Gefäßverkalkung signifikant erhöhen, wie Forschende herausgefunden haben. Wird durch diese Mutationen eines der Wächter-Gene im Erbgut verändert, führt dies zu einer anomalen Vermehrung von Immunzellen in den Aderwänden – und das wiederum begünstigt die Ablagerung von Plaques.
Arteriosklerose, fachsprachlich Atherosklerose, ist eine echte Volkskrankheit – und eine der häufigsten Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie entsteht, wenn sich Cholesterin und andere Blutfette in die Wände der Blutgefäße einlagern und dabei chronische Entzündungen und Wandschäden verursachen. Dies fördert die Verdickung der Gefäßwände und die Ablagerung von verhärteten Plaques. Als typische Risikofaktoren für die Atherosklerose gelten unter anderem Bluthochdruck, Rauchen, höheres Alter und zu hohe Blutfettwerte.
Kopierfehler in den Blutstammzellen
Doch es gibt auch einen Risikofaktor, der unabhängig von einer gesunden oder ungesunden Lebensweise ist, wie Seyedeh Zekavat von der Yale University und ihre Kollegen entdeckt haben. Für ihre Studie hatten sie untersucht, ob im Laufe des Lebens erworbene Mutationen der Blutstammzellen eine Rolle für die Gefäßverkalkung spielen. Angesichts der hunderttausenden von Blutzellen, die diese Stammzellen täglich in unserem Körper produzieren, sind solche DNA-Kopierfehler unvermeidlich
„Solche Mutationen sind selbst bei gesunden älteren Menschen relativ häufig, mindestens zehn Prozent aller Menschen über 70 Jahren sind betroffen“, erklären Zekavat und ihr Team. Unklar war aber bisher, ob einige dieser zufälligen DNA-Veränderungen auch das Risko für eine Arteriosklerose erhöhen können. Deshalb untersuchte das Forschungsteam zunächst anhand der Genomdaten von 50.115 Testpersonen, ob bestimmte Mutationen der Blutstammzellen bei Arteriosklerose-Patienten gehäuft auftreten.