Hoffnung gegen den hartnäckigen Kopfschmerz: Die äußere Stimulation eines Kopfnervs kann gegen, therapieresistenten Cluster-Kopfschmerz helfen, wie eine Phase-III-Studie nun nahelegt. Dabei bekamen die Patienten eine Elektrode unter die Haut implantiert, die den Okzipitalnerv im Nacken reizt. Dies verringerte die Häufigkeit der Kopfschmerz-Attacken um die Hälfte und die Intensität der Schmerzen um 30 Prozent, wie die Forscher im Fachmagazin „Lancet Neurology“ berichten.
Ähnlich wie die Migräne ist der Cluster-Kopfschmerz von wiederkehrenden, einseitigen Kopfschmerz-Attacken geprägt – teilweise mehrfach am Tag. Meist konzentrieren sich diese in der Schläfenregion und rund um das Auge und ziehen den Trigeminusnerv entlang. Bestimmte Auslöser können diese Anfälle provozieren, die Ursachen des Cluster-Kopfschmerzes sind jedoch ungeklärt. Das erschwert auch die Behandlung und Vorbeugung der sehr schmerzintensiven Attacken. Normale Schmerzmittel und selbst Opioide sind meist wirkungslos. Spezielle Migränemittel wie Triptane und die Inhalation von reinem Sauerstoff können dagegen lindernd wirken.
Nervenreizung gegen den Kopfschmerz
Eine weitere Therapiemöglichkeit haben nun Leopoldine Wilbrink von der Universität Leiden und ihre Kollegen in einer Phase-III-Studie getestet. Dabei wird ein kleiner elektrischer Impulsgeber unter die Haut implantiert, von dem aus dünne Elektroden zum Nacken, in Richtung der beiden Okzipitalnerven verlaufen. Die elektrische Reizung dieser Nerven führt zu einem Kribbeln und leichten Taubheitsgefühl und soll die Schmerzsignale im Hirnstamm hemmen. Bei therapieresistenter Migräne wird diese Okzipitalnerven-Stimulation (ONS) bereits durchgeführt.
Für die Studie erhielten 150 Patienten mit häufigen, nicht behandelbaren Cluster-Kopfschmerzen in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Ungarn die ONS-Elektroden eingepflanzt. Nach einer zwölfwöchigen Beobachtungsphase folgte über 24 Wochen eine ONS – in einer Gruppe mit 100 Prozent der zuvor als betäubend ermittelten Intensität, bei der anderen mit 30 Prozent. In den Wochen 25 bis 48, wurde mit individuell optimierten ONS-Dosierungen weiter stimuliert.