Hoffnung für Abnehmwillige: Forschende haben einen neuen Hemmstoff gegen übermäßigen Appetit und Übergewicht gefunden – und ihn bei Mäusen bereits erfolgreich getestet. Ansatzpunkt ist ein Signalweg, durch den die Esslust nach einer Fasten- oder Diätperiode stark gesteigert wird. Hemmt man ein an dieser Signalkaskade beteiligtes Enzym, bleibt der übersteigerte Appetit aus. Im Test fraßen fettleibige Mäuse dadurch weniger und nahmen nachhaltig ab, wie das Team in „Nature Metabolism“ berichtet.
Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland sind übergewichtig, knapp ein Viertel sind adipös. Das Problem dabei: Das Abnehmen ist gerade für stark übergewichtige Menschen oft extrem schwierig. Bei ihnen wirkt Sport weniger und Diäten funktionieren oft nur vorübergehend, danach macht der Jojo-Effekt den Gewichtsverlust wieder zunichte. Das besonders hartnäckige Bauchfett lässt sich zudem auch mit Intervallfasten nicht immer kleinkriegen.
Unter anderem deshalb suchen Wissenschaftler schon länger nach Möglichkeiten, das Essverhalten durch Eingriffe in die körpereigene Regulation des Appetits zu beeinflussen. Allerdings sind diese teils über Botenstoffe und teils neuronal kontrollierten Signalwege extrem komplex und erst in Teilen entschlüsselt.

Von der Leber ins Gehirn
Einen neuen Ansatzpunkt haben nun Heiko Endle von der Universität Köln und seine Kollegen entdeckt. Für ihre Studie hatten sie einen Signalweg untersucht, über den der Körper dem Gehirn einen Mangel an Nährstoff-Nachschub signalisiert. Dies hat zur Folge, dass wir nach einer Fastenperiode oder einer Diät besonders viel Hunger haben und die Unterversorgung mit Kalorien durch übermäßiges Essen kompensieren. Oft macht dies alle Abnehmerfolge wieder zunichte.