Schädlicher Nebeneffekt: Das umstrittene Desinfektionsmittel Triclosan schadet offenbar auch der Darmgesundheit – zumindest bei Mäusen. Eine Studie zeigt: Schon geringe Dosen des antimikrobiellen Wirkstoffs können bei Nagern nach kurzer Zeit zu Entzündungen im Dickdarm führen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen verschlimmern. Außerdem beschleunigte die Substanz im Experiment das Wachstum von Darmtumoren. Die Forscher fordern nun, diesen Zusammenhang künftig genauer zu untersuchen.
Das Desinfektionsmittel Triclosan wurde ursprünglich für die Anwendung in der Medizin entwickelt. Heute ist der antimikrobielle Wirkstoff aber auch in vielen Alltagsprodukten enthalten – zum Beispiel in Flüssigseifen, Deodorants und Zahnpasta. Auch in Küchenbrettern und Textilien kommt die Substanz als Keim-Bremse zum Einsatz. Das Problem: Triclosan steht inzwischen in Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.
Im Tierversuch löst der Wirkstoff Leberschäden und -krebs sowie Muskelschwäche aus. Außerdem kann er Antibiotika-Resistenzen bei Bakterien fördern. Ärzte fordern deshalb bereits ein Verbot von Triclosan in Alltagsprodukten. Ein neues Argument dafür könnten nun Wissenschaftler um Haixia Yang von der University of Massachusetts in Amherst liefern. Denn sie haben einen weiteren möglichen Nebeneffekt der allgegenwärtigen Substanz entdeckt.

Entzündeter Darm
Für ihre Studie untersuchten die Forscher, wie Triclosan auf die Darmgesundheit von Mäusen wirkt. Dafür verabreichten sie den Nagern drei Wochen lang Futter mit jeweils unterschiedlichen Triclosangehalten. Es zeigte sich: Nahmen die Mäuse Triclosanmengen auf, die den üblicherweise auch beim Menschen im Blut nachweisbaren Konzentrationen entsprachen, erkrankten sie häufiger als Kontrolltiere an systemischen Entzündungen sowie Entzündungen des Dickdarms.