Rastloser Schlaf? Wer als Kind schlafwandelt, hat dies möglicherweise von seinen Eltern geerbt. Einer kanadischen Studie zufolge sind die Kinder von schlafwandelnden Eltern siebenmal häufiger selbst Schlafwandler, als wenn die Eltern immer ruhig schlafen. Veränderte Tiefschlaf-Gene sind vermutlich die Ursache dieser Schlafstörung, schreiben die Forscher im Fachjournal „JAMA Pediatrics“.
Viele Kinder verlassen nachts ihr Bett, ohne dabei aufzuwachen: Sie laufen umher, gehen Alltagstätigkeiten nach und gehen im Extremfall sogar aus dem Haus – sie schlafwandeln. Diese Schlafstörung tritt vor allem in jungen Jahren auf und geht bei Erwachsenen stark zurück. Allerdings schlafwandeln auch Erwachsene häufiger als lange angenommen.
Ähnlich verhält es sich mit den sogenannten Nachtschrecken. Dabei handelt es sich nicht um Albträume, sondern ein plötzliches und oft schreiendes Erwachen mit schweren Angstzuständen, Herzrasen und Schweißausbrüchen. Sowohl Schlafwandeln als auch Nachtschrecken entspringen dem traumlosen Tiefschlaf und lassen sich an ähnlichen Mustern der Hirnwellen erkennen.
Fast jedes dritte Kind ist Schlafwandler
Schon länger gibt es Hinweise darauf, dass diese Schlafstörungen gewissermaßen in der Familie liegen können. Mediziner um Jacques Montplaisir vom Hopital du Sacre-Coeur in Montreal haben darum genauer studiert, ob es einen Zusammenhang zwischen Schlafwandeln bei Kindern und ihren Eltern gibt, und ob Schlafwandeln und Nachtschrecken in solchen Familien häufiger gemeinsam auftreten. In Fragebögen sammelten die Forscher Daten von fast 2.000 Kindern der Geburtsjahrgänge 1997 und 1998 über den Zeitraum von 1999 bis 2011.