Nach Fledermäusen jetzt Schweine? In China grassiert ein Coronavirus unter Schweinen, das auch menschliche Zellen befallen kann, wie nun eine Studie enthüllt. SADS-CoV kann sich demnach in menschlichen Lungenzellen, Atemwegszellen und Darmzellen vermehren. Das legt nahe, dass dieses Coronavirus auch den Menschen befallen kann – auch wenn bislang noch keine Fälle bekannt wurden. Die Forscher raten daher dringend zu einer intensiven Überwachung dieses neuen Virus.
Ob Fledermäuse, Ratten oder Schweine: Immer wieder entwickeln sich im Tierreich Erreger, die auch für den Menschen gefährlich werden können. Durch Mutationen erwerben sie die Fähigkeit, menschliche Zellen zu entern und sich in ihnen zu vermehren. Beispiele für solche durch Artsprung vom Tier auf den Menschen entstandenen Zoonosen sind viele Grippe-Pandemien, aber auch die aktuelle Corona-Pandemie. Denn SARS-CoV-2 hat sich aus Fledermaus-Coronaviren entwickelt.
Neues Coronavirus befällt Schweine – bisher
Doch SARS-CoV-2 ist möglicherweise nicht das einzige Coronavirus, von dem aktuell eine Bedrohung ausgeht. In China hat es in den letzten Jahren mehrere Krankheitsausbrüche gegeben, die vom Swine Acute Diarrhea Syndrome Coronavirus (SADS-CoV) verursacht wurden. Bei Schweinen verursacht dieses erst 2016 entdeckte Coronavirus schwere Brechdurchfälle, an denen 90 Prozent der jungen Ferkel sterben. Forscher gehen davon aus, dass dieser Erreger wie SARS-CoV-2 ursprünglich aus Fledermäusen stammt.
Das weckt die Frage, wie breit das Wirtsspektrum dieses neuen Coronavirus ist und ob es auch den Mensch befallen könnte. Das haben nun Caitlin Edwards von der University of North Carolina at Chapel Hill und ihre Team untersucht. Dafür infizierten sie verschiedene Zellkulturen von Affen, Katzen, Schweinen und Menschen mit dem Virus SADS-CoV und testeten, ob der Erreger diese Zellen entern und sich in ihnen vermehren kann.