Rascher Wechsel: Während der Schreibtischarbeit wechseln wir überraschend oft vom Sitzen ins Stehen und wieder zurück, wie eine Studie enthüllt. Die meisten Menschen stehen demnach schon wenige Minuten nach dem Hinsetzen wieder kurz auf. Allerdings: Auch lange, ununterbrochene Sitzphasen kommen häufig vor – und gerade die gelten als besonders ungesund. Wie wir sitzen und welche Faktoren unser „Sitzfleisch“ beeinflussen, haben die Forscher erstmals näher untersucht.
Sitzen ist das neue Rauchen: In den letzten Jahren mehren sich die Hinweise darauf, dass langes, ununterbrochenes Sitzen der Gesundheit schadet. Langfristig erhöht es das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und einen früheren Tod, wie Studien belegen. Selbst wer nach der Arbeit noch Sport macht, kann diese negativen Effekte offenbar kaum ausgleichen. Deutlich effektiver ist dagegen das Herumzappeln und ein kurzes, aber regelmäßiges Unterbrechen der Sitzphasen.
Sensor am Oberschenkel
Doch wie lange dauern unsere Sitzphasen normalerweise – und wie oft stehen wir zwischendrin doch mal kurz auf? Studien zufolge wird das Sitzen ab etwa 30 Minuten ohne Unterbrechung ungesund. Aber im Alltag merken die wenigsten von uns, wie lange wir wirklich am Stück sitzen, ohne Kaffee zu holen, zum Drucker zu gehen oder die Toilette aufzusuchen. Forscher um Pam ten Broeke von der Radboud Universität in Nijmegen haben dies nun erstmals im Detail untersucht.
Für ihre Studie trugen 156 Menschen mit einem Schreibtischjob über mehrere Tage hinweg einen Beschleunigungssensor am Oberschenkel. Dieser registrierte, wann und wie lange die Versuchspersonen während ihrer Arbeitszeit aufstanden oder saßen. Im Laufe von sieben Tagen sammelten die Wissenschaftler so Daten zu mehr als 30.000 Positionswechseln ihrer Probanden. Dies ermöglichte es ihnen auszuwerten, wer wann, wie lange sitzenblieb oder aufstand.