Gut- oder bösartig? Operieren Chirurgen einen Tumor, ist diese Unterscheidung von großer Bedeutung. Forscher haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem Ärzte künftig schon während der Operation Krebsgewebe erkennen können. Ihre stiftförmige Sonde analysiert Gewebe mithilfe der Massenspektroskopie innerhalb von nur zehn Sekunden. Dabei ist sie sehr genau und außerdem sanft zum Patienten.
Eine Operation ist für viele Patienten mit Krebs das wichtigste Behandlungsverfahren. Ziel ist es dabei, den Tumor so vollständig wie möglich zu entfernen. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass sich der Krebs weiter ausbreitet und möglicherweise Metastasen bildet. Je weniger Tumorzellen nach der Operation übrigbleiben, desto besser kann der restliche Krebs anschließend mit Methoden wie der Chemotherapie ausgemerzt werden – und desto besser stehen die Chancen auf Heilung.
„Das Erste, was Krebspatienten oft nach der OP sagen, ist: Ich hoffe, der Chirurg hat den ganzen Krebs herausbekommen“, sagt Livia Schiavinato Eberlin von der University of Texas in Austin. Doch das ist gar nicht so einfach. Bisher nutzen Mediziner den sogenannten Schnellschnitt, um während der Operation zwischen Krebs- und gesundem Gewebe zu unterscheiden. Dabei wird bereits entferntes Gewebe als Gefrierschnitt ins Labor gebracht und dort von einem Pathologen untersucht. Anhand seines Urteils arbeitet der Chirurg entweder weiter oder beendet die Operation.
Langwierig und ungenau
Das Problem: Die Analyse einer einzigen Probe kann 30 Minuten oder mehr dauern und die Operation dadurch in die Länge ziehen – das bedeutet auch ein höheres Risiko für den Patienten auf dem OP-Tisch. Hinzu kommt, dass die Methode alles andere als präzise ist und bei bestimmten Krebsarten in zehn bis zwanzig Prozent der Fälle unzuverlässige Ergebnisse liefert.