Stillen schützt vor Brustkrebs: Bei stillenden Müttern sinkt das Risiko einer besonders aggressiven Art von Brusttumoren um bis zu 20 Prozent. Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher in einer Metastudie. Da das Stillen auch weitere große Vorteile für Mutter und Kind bietet, sollten Schwangere und junge Mütter noch besser über den Nutzen dieser Schutzmaßnahme informiert werden, betonen die Wissenschaftler.
Wenn Mütter ihre Kinder stillen, hat das große Vorteile für das Kind: Bestandteile der Muttermilch fördern das Immunsystem und schützen vor Entzündungen und Infektionen. Außerdem schafft das Stillen eine engere soziale Bindung zwischen Mutter und Kind, was sich auch auf dessen späteres Verhalten und sogar den Erfolg in der Schule auswirkt. Darüber hinaus profitieren auch Mütter davon, wenn sie ihren Babys regelmäßig die Brust geben: Studien haben gezeigt, dass stillende Mütter seltener Diabetes bekommen.
20 Prozent weniger aggressiver Brustkrebs
Einen weiteren großen Nutzen des Stillens hat ein Forscherteam unter Leitung von Marisa Weiss vom Lankenau Medical Center im US-Bundesstaat Pennsylvania nun herausgefunden: Es senkt das Risiko, an einer besonders aggressiven Art von Brustkrebs zu erkranken, um bis zu 20 Prozent. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher in einer Metastudie, für die sie über 35.000 Brustkrebsfälle aus 27 Einzelstudien auswerteten.
Sogenannter Hormonrezeptor-negativer (HRN) Brustkrebs tritt demnach bei stillenden Müttern seltener auf. Bei dieser Art von Brustkrebs, die rund ein Fünftel der gesamten Brustkrebsfälle ausmacht, fehlen bestimmte Rezeptoren auf den Tumorzellen. Solche Tumoren sprechen oft nicht auf die gängigen Therapien an und werden außerdem oft erst in späteren Stadien erkannt. Dieses Zusammenspiel macht HRN Brustkrebs so aggressiv.